Matroschka

Es war einmal in Russland…

Auch in Russland ist die Tradition der Märchenerzählungen tief in der Kultur des Landes verankert. Einer der wohl bekanntesten Märchensammler war Alexander N. Afanasjew. Dieser veröffentlichte zwischen 1855 und 1863 fast 600 russische Märchen in seiner Sammlung. Dabei orientierte er sich insbesondere am Vorgehen der Gebrüder Grimm. Es reiste genau wie diese durch das gesamte Land, um die besten Geschichten zusammenzutragen.

Herkunft

Die Herkunft der russischen Märchen ist tief in der slawischen Mythologie verwurzelt. In den lebendigen und fesselnden Erzählungen tauchen häufig Götter, Dämonen, Helden und Hexen auf. Die heidnische slawische Religion hatte Gottheiten für alles, wie Wasser und Hausgeister. Diese sollten besonders Kindern Manieren und Traditionen lehren und vor natürlichen Gefahren warnen.

Durch die Sowjetherrschaft wären die russischen Märchen beinahe ausgestorben. Dies hatte unter Anderem zum Grund, dass die kommunistischen Befürworter diese als schädlich für die Förderung ihrer Ideale ansahen. Maxim Gorki, ein russischer Schriftsteller, überzeugte die sowjetischen Führer jedoch von der Wichtigkeit und dem künstlerischen Wert der russischen Märchen. Er behauptete, dass diese Geschichten mit den kommunistischen Überzeugungen übereinstimmen würden. Außerdem sah er in ihnen eine Unterstützung, um den Patriotismus zu fördern. Mit seinen Bemühungen rettete er die Märchenkultur des Landes und die 1920er Jahre gelten seitdem als das Goldene Zeitalter der russischen Folklore. Anschließend folgten viele weitere Autoren und verfassten immer mehr Märchen. Politische Führer wie Stalin und Lenin waren von diesen kommunistischen Idealen der Folklore begeistert. Die russische Märchenkultur diente also nicht mehr einzig und allein der Bewahrung der russischen Tradition. Vielmehr war sie Mittel zum Zweck, um die sowjetische Propaganda an die Massen zu verteilen.

Russische Märchenhelden und slawische Götter werden in der modernen Kunst Russlands weiterhin dargestellt, und viele Feiertage werden jährlich abgehalten, um ihre Lieblingshelden zu feiern. Obwohl Russland im 10. Jahrhundert das Christentum annahm und versuchte, die slawischen Götter durch christliche Ikonen zu ersetzen, blieben die Helden der Überlieferungen bestehen und konnten nie ganz ausgerottet werden. Dass Russland über eine so große und reiche Sammlung an Folklore verfügt, ist vor allem dem Folkloristen Alexander Afanasyev zu verdanken, der mehr als 600 russische Volksmärchen und Sagen veröffentlichte, sowie dem britischen Gelehrten Robert Steele, der zahlreiche Volksmärchen aus der Region sammelte und in der Märchensammlung The Russian Garland zusammenfasste. Der Dichter Alexander Puschkin ist ein beliebter russischer Autor, der Verse auf der Grundlage von Märchen und Volkserzählungen aus Russland veröffentlichte.

Russische Klassiker

Zu den bekanntesten russischen Märchen gehören:

  • Aljonuschka und Iwanuschka (Eine Variante von Brüderchen und Schwesterchen)
  • Die Feder von Finist, dem hellen Falken
  • Die Froschprinzessin
  • Die weiße Ente
  • Iwan Zarewitsch, der Feuervogel und der graue Wolf
  • Väterchen Frost

Falls ihr mehr Interesse an russischen Märchen habt, schaut doch gerne mal beim Märchenatlas vorbei.

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